ABC-Analyse

Die ABC-Analyse im Zeitmanagement

Schulung Zeitmanagement "ABC-Analyse":

Ein Besipiel zur ABC-Analyse:

Die Lager von Handelsunternehmen enthalten oftmals eine sehr große Anzahl von unterschiedlichen Artikeln. Es ist nicht ungewöhnlich, daß man in Großhandelslägern von 10000 bis über 100000 verschiedene Artikel vorfindet. Eine derartige Vielzahl von Artikeln scheint ein großes Hindernis für eine Analyse des Lagerbestandes darzustellen. Man mag den Eindruck haben, daß die Kosten für die Überprüfung Tausender einzelner Artikel, von denen sehr viele nur einen niedrigen Wert haben und für den Umsatz des Unternehmens praktisch bedeutungslos sind, ein solches Verfahren verbieten.

ABC-Analyse

Daher werden nicht alle Artikel mit dem gleichen Aufwand hinsichtlich:

  • der Festlegung wirtschaftlicher Bestellmengen,
  • der Bestellpunkte und
  • der Sicherheitsbestände usw.
  • geplant und kontrolliert, da dies die Kosten eines derartigen Vorgehens verbieten.

Hieraus resultiert die Notwendigkeit, ein Verfahren vorzuschlagen, das die Kosten einer Planung und Kontrolle einzelner Artikel mit deren Bedeutung am Beschaffungsvolumen in eine bestimmte Relation setzt. Eine ABC-Analyse ist ein solches Verfahren der Klassifizierung eines Sortiments und damit der Zuordnung von Bedeutung einerseits und Planungs- und Kontrollaufwand andererseits.

Die ABC-Analyse ist ein Instrument zur Bestimmung des Anteils bestimmter Gruppen an einer Grundgesamtheit. Bei der ABC-Analyse werden die Artikel in drei Gruppen unterteilt. Gewöhnlich wird in der Beschaffung eine Artikel-Umsatz-Statistik zur Durchführung der ABC-Analyse eingesetzt. Die Artikel-Umsatz-Statistik bestimmt den Anteil einzelner Artikel oder Artikelgruppen am Gesamtbeschaffungsvolumen.

Der Ablauf zur Gewinnung einer Artikel-Umsatz-Statistik kann in den folgenden Schritten aufgezeigt werden:

  • Errechnung des Jahresumsatzes für jeden Artikel durch Multiplikation des Einzelpreises und der Anzahl der jährlich verkauften Mengeneinheiten.
  • Sortieren aller Artikel in absteigender Folge nach der Höhe des jeweiligen Jahresumsatzes.
  • Berechnung des prozentualen Anteils jedes Artikels an der Gesamtzahl der Artikel.
  • Berechnung des prozentualen Umsatz-Anteils jedes Artikels am Gesamtumsatz.
  • Kumulieren der jeweiligen prozentualen Anteile (Artikel und Umsatz).
  • Aufstellung einer in dieser Form sortierten Liste.
  • Einteilung in A-, B- und C-Klassen und damit in Artikel.
  • Die vorstehende Vorgehensweise ist in Abbildung "ABC-Analyse" dargestellt.

Die Einteilung in A-Artikel erfolgt in der Praxis durch die Bildung einer Schnittstelle, bei der ein Umsatz von 60% erreicht wird. Diese Prozentzahl des Umsatzes entspricht i. d. R. bei Handelsunternehmen ein prozentualer Anteil von ca. 20% der Gesamtartikel. Die Einteilung in B-Artikel erfolgt im allgemeinen bei einer Schnittstelle von 90% des Gesamtumsatzes, was einem Anteil von ca. 30% der Gesamtartikel entspricht. Die Einteilung in C-Artikel ist durch diese Klassifizierung dann vorgegeben.

Die Artikel-Umsatz-Statistik liefert folgende Ergebnisse:

Nur wenige (20%) Artikel haben einen hohen Umsatzanteil (60%) am Gesamteinkaufsvolumen. Diese Artikel mit wesentlichem Einfluß auf den Jahresumsatz des Unternehmens werden als A-Artikel bezeichnet.
Wenige (30%) Artikel haben einen durchschnittlichen Umsatzanteil (30%) am Gesamteinkaufsvolumen. Diese Artikel mit durchschnittlicher Bedeutung für den Jahresumsatz des Unternehmens werden als B-Artikel bezeichnet.
Viele (50%) Artikel haben einen geringen Umsatzanteil (10%) am Gesamteinkaufsvolumen. Diese Artikel mit geringer Bedeutung für den Jahresumsatz des Unternehmens werden als C-Artikel bezeichnet.
In einem Lagerführungssystem müssen die A-Artikel ihrer Bedeutung entsprechend mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt werden. Wird für eine relativ geringe Zahl von Artikeln ein größerer Aufwand für die Kontrolle eines einzelnen Artikels benötigt, so halten sich dennoch die dafür erforderlichen Kosten in vertretbaren Grenzen. Außerdem wird bei diesen wichtigen Artikeln eine genauere Kontrolle auch größere Einsparungen erbringen. Die B-Artikel werden routinemäßig mit einem formalen Verfahren kontrolliert. Der Disponent wird ihnen nur in gewissen Zeitabständen einige Aufmerksamkeit zuwenden. Alle C-Artikel werden mit einem einfachen System kontrolliert, das dem Disponenten wenig Mühe verursacht, selbst wenn sich dadurch ein geringfügig erhöhter Lagerbestand ergeben sollte. Durch die Verminderung des Arbeitsaufwandes für die Überwachung der C-Artikel lassen sich große Einsparungen erzielen. Ist ein Artikel unwichtig, so ist der Verlust, der durch eine Verminderung der Überwachungsarbeit entstehen könnte, sehr niedrig zu bewerten.

Für die einzelnen Artikel sind die folgenden Maßnahmen denkbar:

Für A-Artikel:
eingehende Markt-, Preis- und Kostenstrukturanalyse Wertanalyse
exakte Dispositionsverfahren
exakte Bestandsrechnung
genaue Überwachung der Verweildauer
sorgfältige Festlegung der Sicherheits- und Meldebestände
sorgfältige Festlegung der wirtschaftlichen Bestellmengen
strenge Terminkontrollen
Für B-Artikel:
für die Artikel dieser Kategorie kommt ein Mittelweg zwischen den Verfahren der A- und C-Artikel in Betracht.
Für C-Artikel:
einfache Dispositionsverfahren
nicht notwendige exakte Bestandsrechnung
nicht notwendige exakte Überwachung der Verweildauer
Festlegung höherer Meldebestände
Festlegung größerer Bestellmengen
Einschränkung bzw. Verzicht auf Terminkontrolle
Die Bedeutung der Artikel-Umsatz-Statistik liegt in der Lenkung der schwerpunktmäßigen Aufmerksamkeiten und Aktivitäten in bezug auf bestimmte Kriterien auf dem Bereich hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Durch die Artikel-Umsatz-Statistik wird es möglich, daß ein Unternehmen um so erfolgreicher disponieren kann, je mehr Anstrengungen es bei den A-Artikeln unternimmt. Bei den C-Artikeln werden hohe Anstrengungen letztlich nur einen kostenmäßig geringeren Nutzen erbringen.

In der Praxis bedient man sich der ABC-Analyse oft und mit großem Erfolg, weil durch sie große Kosteneinsparungen zu realisieren sind. Bezüglich der Verbrauchsteile zur Unterstützung der Instandhaltung eines technischen Systems gelten die vorstehenden Ausführungen sinngemäß.